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Junggesellenfest
Immer am letzten Wochenende
im September
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Alte Tradition
Der Maibaum wird gestellt .
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Der Junggesellenverein beim
Aufstellen des Maibaumes
Die letzten
Vorbereitungen
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auf gehts...
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geschafft...
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Lohn
der Arbeit
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Über
den Verein
und das
Singen
der Hillich (Polterabend). Eigentlich
ist der Name des Vereins seit Jahren nicht mehr so ganz richtig, weil seit
den Siebziger Jahren auch die Mädchen in den Verein aufgenommen werden.
Der Verein besteht heute also aus unverheirateten Frauen und Männern,
die jährlich ein Junggesellenfest ausrichten. Hierzu werden andere
Junggesellenvereine aus nah und fern eingeladen. Gegenbesuche bei den Festen
der anderen Vereine ist Pflicht, will man selbst ein gut besuchtes und
erfolgreiches Fest durchführen. Der ca. 55 Mitglieder starke Junggesellenverein
führt fast jährlich eine Junggesellenfahrt durch und beteiligt
sich aktiv an Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft. Die über
70-jährign Mitbürgerinnen und Mitbürger des Dorfes erhalten
seit vielen Jahren von dem Verein eine "Nikolaustüte", die von den
Junggesellen persönlich überbracht wird. |
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Tradition
Maibaum
Der Maibaum ist keine Erfindung der Neuzeit. Die
Menschen sahen im Baum, zumindest in alten Kulturen, ein Gleichnis des
Lebens und seiner Gesetze. Für sie war der Baum ein Spiegel, in dem
sie sich selbst und die Welt wiedererkannten und fanden. Der Baum mit seinen
ausgestreckten Ästen vor dem wechselnden Himmel, glich dem Menschen
oder seinem Haus, er drang in die Geheimnisse der Tiefe und schwang seinen
Wipfel in den Raum des Himmels. Was immer die Völker von ihren Göttern
geglaubt haben: es verband sich mit dem Baum. Ob wir archaische Fruchtbarkeitsreligionen
oder den griechischen Mythos lesen, ob wir in Höhlenbildern zarte
symmetrische Baumbilder entziffern oder die Genesis Israels lesen: der
Baum ist das Mächtige, Anfang und Ende zusammenfassende Gleichnis,
dem der Mensch sein Heil und Verderben zuordnet.
Bäume geben den Menschen die Luft zum Atmen,
ihre Blätter und Früchte enthalten Heilkraft, und ohne das Holz
stünde die kulturelle Entwicklung noch auf der untersten Stufe. Schon
im 7. Jhd. vor Christus wussten das die Menschen, wie folgende Worte des
chinesischen Ministers Kuan Chung beweisen: "Planst du für ein Jahr,
so säe Korn. Planst du für ein Jahrtausend, so pflanze Bäume."
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Die erste Maibaumaktion begann wohl im Jahr 1225
in Aachen, als alle Gemeindemitglieder ausgelassen um einen großen
Maibaum tanzten. Der dortige Pfarrer nahm an diesem für ihn eindeutig
heidnischen Brauch derart Anstoß, dass er kurzerhand zur Axt griff
und den Baum fällte. Der Maibaumbrauch begeisterte im 13. und 14.
Jahrhundert die Bevölkerung zunehmend, obwohl er sich in Folge des
kirchlichen Einspruchs nur mühsam erhalten konnte. |
Auch im 15. und 16. Jahrhundert setzte sich der
Brauch fort, die Bäume blieben aber noch naturbelassen und erhielten
bunten Bänderschmuck. Die Burschen steckten sie dann vor das Haus
ihres Mädchens. Zu dieser Zeit begann auch die Maibaumwilderei, weil
die Waldbesitzer sich gegen den Raubbau am Wald verwehrten. Daher wurden
bereits geschlagene Maibäume gestohlen, außerdem stieg man dabei
in der Gunst der Angebeteten und der Dorfgemeinschaft.
Nach dem 30jährigen Krieg (1618 - 48) wurden
nach einem soldatischen Brauch regelmäßig Maibäume aufgestellt.
Im 18. Jahrhundert traten dann die sogenannten
Figuren-Bäume in Erscheinung, die mit handwerklichen Zunftzeichen
oder religiösen oder patriotischen Emblemen geschmückt waren.
Auch das Maibaumklettern, vor allem im Chiemgau, begann zu dieser Zeit.
Nach dem 1. Weltkrieg 1919 wurde der 1. Mai zum
gesetzlichen Feiertag erhoben, im 3. Reich zum Volksfeiertag ernannt; der
Maibaum war dabei unentbehrliches Requisit und sollte das Volk in nationale
Aufbruchstimmung versetzen. Nach Ende des Krieges 1945 konnte Deutschland
zweifellos ein Zeichen brauchen, das einen neuen Frühling ankündigt.
Der Maibaum wurde besonders in Nordbayern und Hessen sehr rasch wieder
belebt. Ab 1955 gliederte Papst Pius XII diesen Brauch auch in die Kirchen
ein, der "christliche Tag der Arbeit" wurde ins Leben gerufen.
Für die meisten Menschen bedeutet die Teilnahme
am Maibaum-Aufstellen einfach eine willkommene Gelegenheit zum geselligen
Beisammensein, das den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu fördern vermag.
Das Stellen des Maibaumes ist eine jährlich
wiederkehrende Attraktion im Dorfleben und im gesamten dörflichen
Raum, obwohl immer mehr Städte auf ihren Marktplätzen am Vortag
zum 1. Mai das heidnische Frühlingssymbol aufstellen. Mit wenigen
Axthieben wurde eine gerade Fichte gefällt (heute wird die Motorsäge
mal schnell zum Einsatz gebracht), die natürlich höher und schöner
als die des Nachbarn sein muss, was aber nicht immer so klappt. Danach
wird sie zum Aufstellungsort transportiert, der Wipfel mit bunten Bändern
geschmückt und der Baum aufgerichtet. Hierbei ist den starken Mannen
eigentlich allein Handarbeit erlaubt ("wer`s glaubt wird seelig") und so
geschieht das nicht ungefährliche Vorhaben mit Hilfe mehrere Stützen
die zu "Scheren" zusammengebunden werden. Unter vielem oft besserwissendem
Zureden der Schaulustigen kommt das kostbare Stück allmählich
in eine senkrechte Lage, eine Arbeit, die sich über zwei Stunden hinziehen
kann. Wo man noch besonders auf die Einhaltung des alten Brauchtums achtet,
ist es geradezu verpönt, sich eines technischen Hilfsmittels, z. B.
eines Flaschenzuges oder gar Krans, zu bedienen.
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Hillich
und Brautwerbung
Das uralte Brauchtum der "Hillich" (von mhd. hi-leich,
urspr. der dem Brautpaar dargebrachte Gesang) hat sich bis in die heutige
Zeit erhalten, allerdings hat sich die Art des "Hillichmachens" erheblich
verändert.
Bevor darauf eingegangen wird, wie unsere Vorfahren
die Hillich feierten, soll in einigen Beispielen auf Sitten und Gebräuche
um die Brautwerbung berichtet werden.
In der Eifel war es üblich, dass sich der
junge Mann, bevor er zu einem Mädchen "freien" ging, sich vergewisserte,
dass ihm die Auserkorene auch gesonnen war. Das geschah z.B. dadurch, dass
er in der Nacht auf einer Leiter an das Schlafzimmerfenster des Mädchens
stieg und an das Fenster klopfte; öffnete das Mädchen das Fenster
und sprach einige Worte mit ihm, dann konnte er sicher sein, dass das Mädchen
ihn als "Freier" akzeptierte. In diesem Falle ging der junge Mann am nächsten
Sonntagabend in das Haus seiner Angebetenen und brachte seine Werbung in
offizieller Form vor.
Wurde das Fenster aber nicht geöffnet, wusste
er, dass sein Werben vergebens sein würde.
Eine andere Art, sich das "Jawort" zu holen,
war folgende: Der Junge ging mit einer Flasche Wein oder Branntwein in
das Haus des Mädchens und stellte die Flasche auf den Tisch. Holte
das Mädchen dann Gläser, so war es mit dem Bewerber einverstanden;
stellte sie aber keine Gläser auf den Tisch, wurde ihm damit angezeigt,
dass sein Werben nicht erwünscht sei.
In Hunsrück und Eifel (der Brauch hielt
sich im Hunsrück viel länger als in der Eifel) gab es fast in
jedem Dorf einen sogenannten "Hillich- oder Heilichmächer", der gewerbsmäßig
Paare zusammenbrachte. Der "Hillichmächer" führte einen richtigen
Handel herbei, bei dem mehr auf die Übereinstimmung des Vermögens
als auf die Zuneigung der Herzen gesehen wurde. Während der "Hillichmächer"
anfangs mit erkünstelter Harmlosigkeit zu Werke geht und über
dies und jenes spricht, wird der Heiratswillige durch das gesamte Anwesen
und Besitztum geführt, man zeigt ihm Stall, Scheune, Felder, Garten
und Speicher und nicht zuletzt auch den Leinenschrank. Nun ist es Sache
des "Hillichmächers" das Wesen und den Besitztum des Mannes in glänzenden
Farben zu beschreiben.
Die Hillichmächer wurden in Geld oder Naturalien
bezahlt.
In der Mainacht stellten die Jungen "ihren" Mädchen
eine junge Birke oder Buche vor das Haus. Unbeliebten Mädchen wurde
Häcksel gestreut und die Haustür mit Dornen umkränzt (z.B.
in Düngenheim und Urmersbach). In Kaisersesch wurde Häcksel von
der Haustür des Mannes bis zur Haustür des Mädchens gestreut.
Dieser Brauch war in Hambuch in der Neujahrsnacht üblich.
Kam der Freier von einem anderen Dorf, dann streute
man in Eppenberg Spreu oder Häcksel (kaaf), vom Haus des Mädchens
bis vor den Ort in der Richtung des Dorfes aus dem der junge Mann kam.
Dies sollte eine Mißbilligung dafür sein, dass der Ortsfremde
den ortsansässigen Jungen ein Mädchen wegnehmen wollte. Eine
Missbillgungsbezeugung war auch der Brauch des "Strippens": Kam ein Ortsfremder
zum zweiten Male in den Ort freien, so wurde er vor dem Ort von den Jugendlichen
empfangen und seines Hutes beraubt, den er nur durch eine Geldspende freikaufen
konnte. Tat er das nicht, wurde ihm beim Verlassen des Ortes aufgelauert
und "er wurde gereisert" d.h., man verpasste ihm einige Schläge mit
Reisern.
Eine etwas "makabre " Sache erscheint uns heute
der Brauch des sogenannten "Mailehens" (in Urkunden auch Maidlehen) gewesen
zu sein:
In der Nacht vor dem 1. Mai traf sich die unverheiratete
Jugend des Ortes auf dem Dorfplatz. Alle unverheirateten Mädchen wurden
von einem "Ausklöpper" (Versteigerer) an die Dorfjungen einzeln versteigert.
Die zur Versteigerung anstehende Dame wurde dabei natürlich mit den
notwendigen Bemerkungen des Ausklöppers bedacht, z.B.: "Mariechen,
das kleine Moppelchen" oder bei einem wohlproportionierten Mädchen:
"Da hast du was für dein Geld" usw. Mädchen, für die kein
Gebot abgegeben wurde, kamen in die sogen. "Bütt", d.h. sie wurden
nach Abschluss der Einzelversteigerung im Gesamten versteigert.
Das Ansteigern kostete natürlich, insbes.
dann viel Geld, wenn mehrere junge Männer das gleiche Mädchen
ersteigern wollten.
Nach dreimaligem Hammerschlag erteilte der Ausklöpper
dem Meistbietenden den Zuschlag.
Der Ersteigerer hatte das Recht, mit dem von
ihm angesteigerten Mädchen ausschließlich zu verkehren "mit
ihm zu gehen", wobei der Ansteigerer der "Bütt" natürlich die
Qual der Wahl hatte. Die Laufzeit dieses Rechtes war in den einzelnen Orten
verschieden, manchmal so gar bis zu einem Jahr, meistens aber nur für
den Maimonat insbesondere aber für die Dorfkirmes.
Ein besonders dafür Beauftragter des Junggesellenvereins,
hatte darauf zu achten, dass die anderen Dorfjungen die Rechte des Ansteigerers
nicht beeinträchtigten. Zuwiderhandlungen wurden mit einer Geldstrafe
geahndet, die, wie zuvor auch der Erlös der Versteigerung, in die
Kasse des Junggesellenvereins floß.
Dieser Brauch war z.B. in Ulmen, Leienkaul, Laubach
und Müllenbach üblich, wahrscheinlich auch in Kaisersesch, denn
Anfang der 50er Jahre hatte der damalige Junggesellenverein in Kaisersesch
einmal ein solches Mailehen nachgestellt.
Die "Hillisch" fand am Vorabend der ersten Ehe-Verkündung
statt.
Unter Anführung des Vorsitzenden des Junggesellenvereins
("Scholtes" von Schultheiß) zogen die Mitglieder des Junggesellenvereins
vor das Haus der Braut und singen ein mehrstrophiges Lied.
z.B.
Laubach "Guten Abend mein Kind, guten Abend mein
Schatz"
Hauroth: "Ich hab mein Feinsliebchen"
Hillich-Lieder
vom JGV Nohn
Während des Liedes pfeift der "scholtes"
auf dem "Hillichstab" in den zwei Pfeifen hineingeschnitten sind. Nach
dem Singen und Pfeifen beginnt das "Hillichschleifen", bei dem ein Karrenrad
in schnelle Umdrehungen versetzt wurde und eine Sense auf dem eisernen
Belag des Rades geschliffen wurde. Dieses Schleifen wird von einem ohrenbetäubenden,
wehmütigen Geheul aller Akteure und auch der Zuschauer begleitet.
Anschließend laufen die Hillichgesellen unter weiterem Schleifen
und Heulen zweimal durch den Ort.
Danach bittet der Bräutigam den Anführer
und zwei Delegierte der Hillichgesellschaft ins Haus. Hier bringt der Anführer
den Hillichspruch und die Glückwünsche aus.
Der Hillichspruch lautete in Laubach:
"Wir haben soeben vernommen,
Es sei ein Jüngling in unseren Rosengarten
gekommen
Und habe uns die schönste Jungfrau genommen.
Dafür fordern wir:
Was uns von unserem Kaiser und König anerkannt
worden ist,
Nämlich 2 1/2 Dutzend Kronentaler und so
viele Schinken und Braten;
Als dieser Tisch kann tragen.
Und soviel Bier und Wein,
Als im Rhein Wasser sein,
Oder besser gesagt, 20 Mark und 2 Liter Schnaps."
Nach dem Spruch stößt der Anführer
dreimal mit dem Hillichstab auf die Erde und spricht: "Ramses, Stampers,
Amen"
Die draußen wartende Schar singt unterdessen:
"Schönes Geldchen, schönes Gut"
Anschließend geht es mit dem Lied "Schönster
Schatz mein Augenstern" ins nächste Wirtshaus um die Spende des Bräutigams
- die, wenn der Bräutigam von auswärts kam, erheblich höher
war als bei einem ortsansässigen - "flüssig" zu machen.
Nebenbei sei noch bemerkt, dass Braut und Bräutigam
in der Zeit von der Hillich bis zur Hochzeit weder unter einem Dach wohnen,
noch zusammen vereisen durften, denn sonst stand die Ehe unter keinem guten
Stern.
Im heutigen "mechanisierten" Zeitalter, kann
kaum noch jemand richtig eine Sense schleifen und Karrenräder gibt
es nur noch als Zierde an Hauswänden und in Ziergärten. In Ermanglung
dieser Kunst und des Fehlens der notwendigen Geräte, wird jetzt Porzellan
und Keramik geworfen, dies macht auch Lärm und Scherben bringen ja
bekanntlich Glück.
Bierglaskragen, Bierfilze, Toilettenpapier und
Verpackungsmaterial aus Kunststoff, die heute oft geworfen werden, aber
machen weder Lärm noch gelten sie als Glücksbringer.
siehe
auch
"Brauchtum
und Aberglaube in der Eifel"
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